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1412 Adventgeschichte: Das gewebte Bild (14):


Eine Ankunft


Maria war angekommen. Nicht nur, dass sie vor nunmehr fast zwei Wochen das Haus betreten hatte, sondern sie war gewollt hier. Zunächst war ein Teil von ihr noch in ihrem alten Leben geblieben, denn nur an einem Ort zu weilen, heißt noch lange nicht dort zu sein. Bald schon zog dieser nach, der Teil der sich gewehrt hatte gegen das Hier-sein. Aber warum hatte sie sich verweigert? Weil wir wohl immer am bekannten hängen, an dem, was wir uns erarbeitet und aufgebaut haben, ganz gleich ob es uns gut tut oder nicht. Irgendwann haben wir es uns eingebildet, und dann, wenn wir es haben, dann kann es doch nicht falsch sein, darf es nicht sein. Es ist immer schwer loszulassen, denn wir haben Angst vor den leeren Händen, vor dem Moment, da wir unsere Hände ansehen und meinen nichts mehr zu haben. Doch dann wird uns etwas Neues hineingelegt, irgendwoher. Es ist unsicher. Zu unsicher. So doch lieber Sicherheit und Gewohnheit. Aber mittlerweile merkte Maria, dass sie mit zunehmenden Widerwillen daran dachte wieder weggehen zu müssen, Widerwillen gegen das, was sie bei dem Praktikum erwartete. Dabei war es doch vor wenigen Tagen noch das gewesen, was sie sich am meisten gewünscht hatte. Was war nur mit ihr passiert? War sie denn wirklich so flatterhaft und wankelmütig, dass sie gerade noch so dachte und im nächsten Moment ganz anders? Und wenn sie auf dieses Praktikum verzichtete, wäre sie nicht furchtbar undankbar? Undankbar den Menschen gegenüber, die ihre ganze Hoffnung in sie setzten, die sich rückhaltlos für sie einsetzten?