Ein Abschluss
„Ich habe den Eindruck, Du gehst Deiner Verantwortung aus
dem Weg“, sagte Uwe zu Maria an diesem neuen Tag.
„Wie kommst Du darauf?“, entgegnete Maria ausweichend, „Ich mache
doch alles was zu machen ist.“
„Nein, das meine ich nicht, und das weißt Du ganz genau“,
erwiderte Uwe, „Da steht nun Dein Auto und darin liegen Dein Handy und Dein
Laptop. Du hast seit fast drei Wochen weder telephoniert noch E-Mails abgerufen
noch sonst irgendwas erledigt.“
„Das hat alles Zeit“, versuchte Maria es zu bagatellisieren,
unterstützt von einer wegwerfenden Handbewegung.
„Wenn Du eine Entscheidung triffst, oder besser getroffen
hast, dann musst Du sie auch leben. Sonst holen Dich die nicht erledigten Dinge
immer wieder ein“, meinte Uwe, „Und vor allem, es ist wichtig alles in Ordnung
zu hinterlassen. Aber wer weiß, vielleicht machst Du es nur deshalb nicht, weil
Du Dir noch nicht sicher bist.“
„Natürlich bin ich mir sicher!“, erwiderte Maria heftig,
wohl ein wenig zu heftig. Sie fühlte sich bei einer Nachlässigkeit ertappt.
Aber sie wusste, es würde nicht leicht sein.
